Ein Westfale in Bayern

Das ganz normale Leben südlich vom Weißwurst-Äquator

Category : Umzug Okt’06

Pause erlaubt

Es ist wieder einmal viel zu spät geworden – insbesondere, weil ich in weniger als fünf Stunden schon wieder aufstehen darf, um nach Wien zu fahren. Aber es hat sich gelohnt, heute habe ich nicht nur das Gefühl, ich habe wirklich viel geschafft. Vier riesige Säcke Restmüll stehen jetzt an der Straße. Es ist unglaublich, wieviel Mist sich innerhalb eines halben Jahres ansammelt. Und ich bin etwas härter geworden. Was ich im Januar noch nicht wegwerfen wollte, zieht diesesmal nicht mit um.

Außerdem habe ich einen Maler beauftragt, das Treppenhaus zu streichen. Klar, eigentlich könnte ich die ganzen schmutzigen Stellen notdürftig ausbessern. Schließlich war ich nur ein halbes Jahr in dem Haus, weißeln müßte ich frühestens nach zwei Jahren. Aber das Treppenhaus hat wirklich arg gelitten, insbesondere wegen der Aktion mit dem Kabel. Und meine Vermieter waren mehr als fair zu mir – die ganze Zeit.

Also lasse ich den Flur und das Treppenhaus jetzt streichen. Ein Profi braucht dafür nur einen halben Tag. Ich würde mir dagegen mindestens zwei Tage dafür einen abbrechen und wieviel Putz ich dabei von der Wand runterholen würde, weil ich natürlich viel zuviel Farbe nehme, steht auf einem ganz anderen Blatt.

So – und nach eingehender Prüfung komme ich zu dem Schluß, daß der Umzug weit genug vorangeschritten ist und ich mir eine Pause gönnen darf. Mittwoch und Donnerstag bin ich beruflich in Wien, und Donnerstag abend geht es dann von Wien aus in den Süden in die Steiermark auf Schicksalsdämmerung III. Sonntag abend bin ich zurück und dann ist der Rest vom Umzug dran.

Na? Hast Du nicht noch Platz für ein bißchen mehr?

Ich habe schon wieder viel zu lange nichts geschrieben. Dabei gäbe es so vieles zu berichten.

Nur kurz dieses: Der Umzug läuft seit einer Woche auf Hochtouren. Fatal ist: Am Abend bin ich müde und schau auf mein Tagwerk – ich habe viel geschafft. Und doch reicht es einfach nicht aus. Es ist unglaublich, wieviel Zeug umgezogen werden will. Und dann ist da noch der große Kleiderschrank…

Ein Umzug klappt

Ich bin beeindruckt. Die Telekom hat tatsächlich den Umzug meiner Rufnummer ohne Probleme pünktlich (sic!) auf die Reihe bekommen. Jetzt habe ich zwar noch kein Internet, aber immerhin schon einmal Telefon in der neuen Butze.

Fundstücke

Heute räume ich wieder einmal alleine herum. Nicht deswegen, weil sich niemand angeboten hätte. Michael war durchaus Willens mitanzupacken. Aber ich brauchte heute das Gefühl, viel zu schaffen – und zwar von der unangenehmen Arbeit, die ich nur alleine bewältigen kann. Im Keller gibt es einen Raum, der vollgestopft mit etlichen Kisten und anderem KrimsKrams war. Und den mußte ich selbst sortieren – eine Arbeit, vor der ich mich bis heute gedrückt hatte.

Erstaunlich, was dabei alles zu Tage kam. Zum Beispiel Unmengen an Alkoholika von Corinna, die sie bei ihrem Auszug hier vergessen hatte. Oder einige lang vermißte elektrische Geräte. Der Sack mit Elektroschrott wird derweil voll und voller. Ich hoffe, der Wertstoffhof nimmt mir die wirklich alle anstandslos ab.

Am Ende des Tages habe ich tatsächlich “nur” vier Fuhren in die neue Wohnung gekarrt. Es ist immernoch eine Autoladung im Keller. Mindestens. Aber die muß bis Morgen warten.

Helfer

Heute hatte ich eigentlich den ganz großen Umzug geplant. Daß das scheitern würde war mir eigentlich schon gestern abend klar. Denn zum einen hatte ich unter der Woche kaum etwas gepackt (was hauptsächlich den Überstunden auf der Arbeit geschuldet ist). Vor allem aber hatten mir all meine Umzugshelfer abgesagt.

Da entdeckt der eine, daß er von Natur aus einen “Bogenrücken” hat (was immer das sein soll), gleich zwei sind schwer erkältet, wieder einer muß auf einen Filmdreh für den die nächste das Buffet vorbereitet. Ja, alles gute Gründe. Aber ich stehe am Ende ohne Helfer da. Andererseits bedeuten viele Helfer auch, daß man den großen Tag X gut vorbereiten und beplanen muß, damit die Helfer nicht nur herumstehen und im schlimmsten Fall die Arbeiten verzögern. Aber vorbereitet hatte ich nicht (s.o.).

Am Ende war dann Michael da, der mir nicht nur bei den großen Möbelstücken kräftig geholfen hat, sondern vor allem sein Auto mit der Anhängerkupplung zur Verfügung gestellt hat. Corinna ist trotz Nachtschichten und bevorstehender Prüfung ganz von Nürnberg heruntergefahren um zu helfen. Carina schließlich kam nachmittags nach der Arbeit noch trotz Erkältung (sic!) vorbei.

Die Großmöbel sind jetzt zu einem guten Teil geschafft. Vor allem die Tische und das Sofa waren mir wichtig, dann noch die Betten und natürlich all die Kisten. Die Waschmaschine lasse ich bis zur letzten Woche in der alten Wohnung. Ich kann hier einfach sehr bequem die Wäsche aufhängen. Kühlschrank und Tiefkühlschrank fehlen noch und vor allem der furchtbare Riesenkleiderschrank, den nicht nur Michale am Liebsten gleich in Stücke hauen würde.

Das Mittagessen gab’s für die Helfer zum Dank im Biergarten bei warmer Herbstsonne. Na, wenigstens spielt das Wetter mit.

Handlungsoptionen

Für alle nördlich des Weißwurscht-Äquators hier eine kleine Faust-Skizze Wie erwähnt verläßt meine Abteilung allerspätestens im Sommer 2007 den Standort Flughafen (außerhalb im Nordosten von München) und zieht etwa 40km nach Neuperlach (Südosten von München), wo mein Arbeitgeber große Büroflächen zur Verfügung hat. Gleichzeitig betreiben wir noch eine Zweigstelle in Erlangen, die zwar sehr dicht an etlichen anderen Bereichen unserer Firma gelegen, dafür aber personell sehr schwach besetzt ist.

Es gibt für mich also auch die Handlungsoption im Oktober nach Erlangen umzuziehen – immerhin 170km näher am Norden – was auf der Autobahn 1,5 Stunden Fahrzeit weniger entspricht (und mir noch dazu die verhaßte Strecke München Nürnberg ersparen würde). Ich kann mich für diesen Gedanken wirklich erwärmen und habe das mal vorsichtig bei meinem Chef platziert. Mal abwarten, was daraus wird…

Countdown läuft

Der Countdown läuft – seit gestern ist klar, ich werde Moosburg verlassen. Schon komisch, wieviel Überwindung es braucht, den Zweizeiler mit der Kündigung zu Papier zu bringen.

Aber von vorne: die Doppelhaushälfte, in der ich jetzt wohne, ist wirklich ein Traum. Aber ich nutze sie nicht mal ansatzweise komplett (was nicht zuletzt der Trennung von Corinna geschuldet ist). Außerdem habe ich bemerkt, daß mit meinem Rückzug aus dem Vampire-Live-Rollenspiel und dem Umzug nach Moosburg nach und nach viele Kontakte nach München einfach eingeschlafen sind. Und schließlich weiß ich, daß mein Arbeitgeber das Gebäude am Flughafen in dem ich arbeite spätestens ab Sommer ’07 “entmieten” will. Mein Chef möchte gerne der erste sein, der mit seiner Abteilung nach Perlach umzieht.

Die Rechnung ist einfach: Monat für Monat zahle ich viel Miete für ein Haus, daß ich nur wenig nutze. Je länger ich in dem Haus bleibe, desto größer werden die Renovierungs-Aufwände. Der Umzug meiner Arbeitsstelle wird (wahrscheinlich) im kommenden Frühjahr stattfinden – das hieße in der kalten Jahreszeit umziehen und wie ätzend das ist habe ich ja nun gerade erst durchgemacht.

Die Doppelhaushälfte habe ich gestern abend zum 1. Oktober gekündigt. Es fällt mir wirklich nicht leicht – aber ich freue mich auch. Die letzten Monate bin ich einfach zu sehr versumpft. Jetzt werde ich wieder aktiv.