Ein Westfale in Bayern

Das ganz normale Leben südlich vom Weißwurst-Äquator

Archive for September, 2005

Wächter der Nacht

An meinem persönlichen VIP-Status muß ich noch ein wenig feilen. Denn für eine Einladung zur Premieren-Feier von “Nochnoi Dozor” in Berlin hat es dann doch nicht gereicht. Aber immerhin habe ich Karten für die Preview am Mittwoch im Kinopolis in Landshut ergattern können. Wenn der Film hält, was Kritiken und Vorschau versprechen, dann wird das ein echt netter Abend :-D Die Bild-Ästhetik sieht jedenfalls sehr genial aus – das ist definitiv jenseits von Hollywood.

Der Film war 2004 ein Riesenknüller in Russland. Vielleicht kann unser Ost-Korrespondent Peter ein bisserl mehr erzählen?

Nyckelharpa-Tage

…und die Nyckelharpa antwortete: “Weißt Du, Junge… sein wir ehrlich. Mit uns beiden wird das nichts. Such Dir lieber ein anderes Instrument. Aber wir können ja Freunde bleiben.”

Etwas unvorteilhaft, das Profil :-)

Aber von vorne. Vor einem Jahr habe ich Silvia kennengelernt, eine begnadete Musikerin. Sie spielt, neben einigen anderen Instrumenten, die Nyckelharpa – ein Instrument aus der Zeit bevor Violine, Cello und Co die Musikwelt eroberten. Man hat damals vermutlich versucht, die Mechanik einer Drehleier auf ein mit Bogen gespieltes Streichinstrument zu übertragen. Kurz und gut – die Nyckelharpa ist ein sehr ungewöhnliches Instrument (was es aus Prinzip schon einmal sehr spannend für mich macht), hat einen sehr interessanten Klang und ist absolut Mittelalter-tauglich. Und nachdem ich auch noch erlebt habe wie drei Nyckelharpas in der Band Triskilian zusammenwirken, war entgültig klar: die mußt Du Dir mal näher anschauen.

Die beste Möglichkeit dafür ergab sich auf den 2. Nyckelharpatagen auf Burg Fürsteneck. Da konnte ich mir ein Instrument leihen und unter Anleitung ausprobieren. Das Ergebnis ist aber ziemlich ernüchternd. Zwar klappte das Spielen nach zwei Tagen (für einen Anfänger) am Samstag gar nicht so schlecht. Aber ich konnte keinen rechten Draht dazu finden. Naja… immerhin. Wäre es anders gewesen, hätte ich gute 2000Euro in eine Nyckelharpa investieren müssen ;-)

Auch wenn die Nyckelharpa und ich jetzt getrennte Wege gehen werden, das Wochenende hat mir wieder Lust auf’s Musizieren gemacht. Kaum zuhause habe ich meine Baß-Gitarre mal wieder zur Hand genommen.

Taurelilórinan 2.5 “Fallende Blätter” – ein Kurzbericht

Die Tendenz geht ja zum Zwischen-Con. Das sind dann LARPs, deren Titel seltsame Komma-Zahlen enthalten. Unter Ambiente-Con versteht das LARP-Wiki:

Ein Ambientecon ist ein Liverollenspiel, bei dem auf Umgebung, Charakterspiel und “Sich-in-die-Fantasywelt-hineinversetzen-können” geachtet und besonderer Wert auf die Umgebung und das Erscheinungsbild der Teilnehmer gelegt wird.

Und genau diese Gelegenheit des “Sich-in-die-Fantasywelt-hineinversetzen-können” scheint auf den Veranstaltungen mit den ganzen Ziffern im Titel stark zu kurz zu kommen. Also… muß ein Zwischen-Con her auf dem man das machen kann, wofür man eigentlich auf einen Con fährt.


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Neues Netzteil

So ein paar Tage ohne Computer sind für einen 011101001101-süchtigen ein echtes Problem. Und ich habe so meine Zweifel, ob ich mein altes Netzteil in den nächsten Wochen wiedersehen werde. Eine andere Lösung mußte her.

Ich gehöre ja auch zu den Leuten, denen ihr Rechner gar nicht leise genug sein können. Wenn man die einschlägigen Foren durchliest stößt man immer wieder auf Netzteile von Seasonic. Die haben einen Lüfter mit extra-großem Durchmesser, laufen deshalb langsamer und vor allem leiser. Bloß wo bekommt man so ein Ding am Wochenende her? Denn witzigerweise sind die Dinger selbst auf Münchens Hardware-Meile am Bahnhof nicht zu bekommen.

Aber ich bin in Nürnberg fündig geworden. Ein kleiner Hardware-Versender verkloppt von dort aus billig über’s Internet seine Ware. Und um nach Butzbach zu kommen, mußte ich Freitag ohnehin an Nürnberg vorbei.

Einen Anruf war geklärt, daß er eine Ausnahme macht “Eigentlich mache ich ja nur Versand!”. Und um 14:00Uhr stand ich trotz Freitag-Verkehr in einer Wohngegend nahe der Nürnberger Innenstadt und dachte schon, ich hätte mich in der Adresse geirrt. Aber denkste, der Ladenbesitzer lies mich in seine adrette (dem Klingeschild nach WG-) Wohnung rein, Geld hin, Ware her – beide Seiten zufrieden.

Nun schnurrt, nein, flüstert das neue Netzteil in meinem Rechner – und ich ärgere mich über den lauten CPU-Kühler, der beim Gesurre des alten Netzteils nicht aufgefallen war…

Netzteil kaputt

Es gibt Leute, bei denen meldet man sich nie – es sei denn, man braucht was. Burkhard ist so einer. Burkhard ist einer meiner ehemaligen Kommilitonen, als ich in Lübeck an der MUzL Informatik mit Nebenfach Medizin studiert habe. Allerdings hat er das Studium noch früher als ich geschmissen und hat eine Lehre bei JessenLenz gemacht – weswegen er derjenige ist, der mein Gejammere ertragen muß, wenn mein Rechner mal wieder nicht tut.

So auch gestern abend. Ich will in’s Internet, aber der Monitor bleibt schwarz. Kurze Ferndiagnose von Buggy: Netzteil im Eimer. Also Schraubenzieher raus, Netzteil ausgebaut, altes Netzteil aus der Wühlkiste angeschlossen – Rechner läuft. Aha. Burkhard hat also recht. Ein Blick auf die Rechnung von dem defekten Netzteil verrät mir, daß das Ding genau 12 Tage nach Ablauf der gesetzlichen Garantie abgeraucht ist. Das nenne ich mal eine gute Geschäftsstrategie.

Nun bin ich meines Vaters Sohn und habe das Netzteil heute mittag dem Händler zurückgebracht. Und siehe da, der Hersteller gewährt drei Jahre Gewährleistung. Bloß – nachvollziehen konnte mein Händler den Fehler nicht. Bei ihm lief das Netzteil tadellos.

Eingeschickt hat er es trotzdem. Mal abwarten, was dabei rauskommt. Und Buggy hat sich eine Pizza verdient, wenn ich das nächste mal in Lübeck bin (dann melde ich mich nämlich auch immer bei ihm – nicht nur, wenn ich was brauche ;-) )

Mückenstiche

Peter schreibt, er hätte sich an die Mücken mittlerweile gewöhnt. Ich kann das von mir nicht gerade behaupten. Das Hochwasser vor 14 Tage hat die Population der kleinen Biester rasant anwachsen lassen. Und ich bekenne, ich gehöre zu den Kratzern. Ich kann da nicht so ruhig und gelassen bleiben, ich muß einfach schubbern. Natürlich bildet sich am nächsten Tag eine schöne braune Kruste von Lymphflüssigkeit. Entsprechend schaue ich heute, zwei Tage nach dem Wochenende im Zelt aus.

Habe ich eigentlich erwähnt, daß der Zeltplatz, auf dem wir das kommende Wochenende sind, nasser Fleck heißt? Ob ich nicht doch Autan eine Chance gebe…?

Internet-Popularität

Wow… jetzt bin ich aber wirklich von den Socken. Seit nicht einmal vierzehn Tagen betreibe ich diesen kleinen Blog, eigentlich vor allem meinem Vater (in Westfalen) zuliebe, der sich ganz gerne mal darüber beschwert, daß ich nie was von mir hören lasse. Und natürlich für Andreas in Texas.

Und ohne eine Werbemaßnahme taucht ein Link auf diesen meinen Blog im Taxi-Blog vom Taxifahrer in Paderborn auf, und mein Hochwasser-Artikel ist im Feuerwehr-Weblog verlinkt.

Liebe Leute, dafür verspreche ich, werde ich in der kommenden Zeit wirklich mehr über die Bayern aus Sicht eines Westfalen schreiben und auch mal über die Einsätze bei der Moosburger Feuerwehr.

Zwietracht 2 “Die Vergeltung” – ein Kurzbericht

Das kommt davon, wenn man die Einladung nicht richtig liest. Sonst hätte ich gewußt, daß es sich um ein Schlachten-Con handelt. Da gibt es meist wenig Plot, dafür viele Kämpfe. Und genau so kam es dann auch.
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Holperiger Start

Eigentlich sollte diesesmal alles anders sein. Wir sind ziemlich schlurig schlampig nachlässig, wenn es um Vorbereitungsarbeiten für Touren (ob nun Urlaub oder LARP) geht. Das führt oft dazu, daß wir erst mit etlichen Stunden Verspätung loskommen.

Diesesmal sollte alles anders sein. Wir haben schon Mittwoch angefangen, das erste LARP-Equipment zusammenzusuchen und ich habe schon Donnerstag abend meinen Kombi vollgestopft beladen. Am Freitag habe ich Corinna von der Arbeit abgeholt und gegen 18Uhr waren wir in Königsdorf. Der Volvo war schnell entladen und wir hatten sofort unseren Platz.

Bis hierher lief’s glatt. Zu glatt. Als ich das Zelt auspacke gleich der erste Schreck. In der Kiste fehlen Heringe und Abspannseil. Ein Blick auf die Uhr, es ist mittlerweile sieben. Also zurück zum Auto und auf nach Bad Tölz. Da gibt es auch Baumärkte – bloß macht die Baywa schon um 18Uhr zu, der Hagebau um 19Uhr – und vor dem stand ich um halb acht. Im Büro ist noch Licht und der Filialleiter läßt sich, nach heftigem Fensterklopfen, dazu erweichen, mir zwei Pakete Heringe zu verkaufen.

Als Abspannseil kaufe ich Wäscheleine in einem Edeka (der noch bis 20Uhr offen hat) und der Schreiner, den ich bei der Gartenarbeit störe, ist so freundlich, mir gegen eine Spende für seine Bierkasse (“Kaffekoassen hoam wa net”) ein paar Holzstifte zu geben (die braucht’s um das Zeltgestell zusammenzuhalten).

Endlich wieder auf dem Zeltplatz. Alle anderen sind schon längst in Gewandung und haben ihre Zelte aufgebaut. Corinna klagt über starke Rückenschmerzen aber im Augenblick brauchen wir erst einmal ein Dach über dem Kopf, denn der Himmel schaut schon ziemlich düster aus – da fällt mein Blick auf die tragende Mittelstange. Die wird aus zwei Zaunpfosten zusammengesetzt, indem sie mit einem massiven Metallrohr verbunden werden. Und genau dieses Metallrohr… genau… fehlt.

Aber wir haben Glück. Eine Hütte der Siedlung ist abgerissen worden und an dem Schutt dürfen wir uns frei bedienen. Ein langer Dachbalken ist schnell gefunden und mit Hilfe einer Kettensäge (jaja, was LARPer so alles dabei haben) auf die richtige Länge gestutzt. Das MASH-Team hat einen Schmied mit Esse dabei, der uns einen Eisendorn in die Spitze des Balkens hämmert, damit das Zelt auch hält.

21Uhr, zwar sind wir immer noch nicht in Gewandung, aber immerhin schon fertig eingerichtet. Nicht zuletzt dank tatkräftiger Unterstützung aus dem Südandryll-Lager. Aber pünktlich zu der Willkommensansprache sind Corinnas Rückenschmerzen so schlimm, daß ich sie nach Bad Tölz in die Notaufnahme fahre.

Ärzte und Schwestern sind nett und nehmen uns sofort dran. Corinna bekommt eine Cortison-Spritze und für den Rest des Abends Bettruhe verordnet. Sie hält sich nur sehr widerwillig an diese Anweisung.

Ein etwas missglueckter Con-Start

Um 23Uhr habe ich es endlich geschafft, mich in meine Rüstung zu werfen. Das Spiel ist bereits im vollen Gange. Ich bin ja gewohnt, den Spielstart zu verpassen (oft fahre ich 5-6 Stunden zu einem Con und treffe als einer der letzten ein, wenn das Spiel längst läuft). Aber eigentlich hätte es diesmal ganz anders laufen sollen.

PS: Kommendes Wochenende fahren wir nach Butzbach auf das LARP “Taurelilórinan – Fallende Blätter“. Ich bereite schon heute die ersten Kisten vor, damit diesmal wirklich alles anders wird… :-)

Auf nach Andryll

So… Planzettel für heute… Termin mit neuem Chef (ja, auf meiner Arbeit wird mal wieder umorganisiert) – dann mit Corinna treffen und auf nach Königsdorf. Das LARP heißt “Zwietracht, die Vergeltung” und wird vom Illusion-LARP-Team ausgerichtet.

Nach fast einem Jahr kehren wir damit an den Ort zurück, an dem Corinna und ich uns kennengelernt haben – damals, auf der Turney der Südlande (Organisatoren waren damals Delos und Illusion-LARP).
Corinna als Salesha ben Surahn
Und wie damals werden wir Salesha ben Surahn und Bonames Bohemund spielen. Am Sonntag mehr davon…