Ein Westfale in Bayern

Das ganz normale Leben südlich vom Weißwurst-Äquator

Archive for Juli, 2006

Galladoorn 13 – Volksspektakel zum Zweikönigstag (Brot und Spiele für das Volk)

Auf die Live-Rollenspiele der Gilde der Drachenreiter schaffe ich es fast nie – und das ist ziemlich schade. Als Orga sind die Drachenreiter nämlich ganz große Klasse, erfahren und recht routiniert. Da fühlt man sich gut aufeghoben. Kein Wunder, den Darmstädter Verein gibt es seit 1993 und er dürfte damit einer der ältesten LARP-Vereine in Deutschland sein.

Was so eine Zwergentochter ist, die haut auch den stärksten Krieger umDas zeigt übrigens auch, wie alt unser Hobby mittlerweile ist. Aus den Schülern und Studenten von einst sind mittlerweile Familienmütter und -väter geworden und so mischen sich unter die Schüler und Studenten von heute ein paar Vorschulkinder, für die das ein Riesenspaß ist. Wie allerdings die anderen Kinder reagieren, wenn die Kleinen am Montag im Kindergarten von Zwergen und Elfen erzählen, weiß ich nicht.

Galladoorn 13 war nach all den düsteren Kriegs-LARPs, die die Drachenreiter in den letzten Monaten veranstaltet haben, endlich mal wieder ein ganz entpsanntes fröhliches Treiben. Als Turney angekündigt gab es allerlei Wettbewerbe (und ich habe immerhin den Armbrustschützen-Wettbewerb gewonnen).

Noch am Freitagabend wurde ich, kaum daß ich mein Zelt aufgebaut hatte, von Patty zum geselligen Bad im Badehaus eingeladen. Ich bin ja eigentlich nicht so ein Zuber-Fan. Aber ich muß zugeben, mit Durchlauferhitzer hat die ganze Sache was.

Das Wetter blieb uns bis zum Sonntag hold. Aber kaum hatten wir fast alles verstaut, begann es wie aus Kübeln zu gießen. Das war’s dann wohl erst einmal mit dem heißen Sommer.

So ganz nebenbei wurde ich als Photograph gewarnt – es sei eine Dame anwesend, von der das Gerücht umginge, sie würde Kameras “unglücklich zu Boden fallen lassen” sollte ihr Wunsch nicht abgelichtet zu werden nicht respektiert werden. Ich habe Chris, “die Katz”, später dann als Chefin des Badehauses kennengelernt und muß sagen: Sie ist erstens sehr nett und möchte zweitens wirklich nicht photographiert werden. Natürlich respektiere ich, ganz Profi, diesen Wunsch (nicht zuletzt meiner 300D zuliebe ;-) ).

Photos gibt’s wie immer in meiner Gallerie.

Stipvisite in Weimar

Das hätte ja nun wirklich nicht sein müssen. Stimmt. 300km extra zu fahren, bloß weil es im Saturnmarkt in Weimar eine Kamera, mit der ich schon lange geliebäugelt habe, als Ramsch-Restposten gibt, ist kein sehr guter Grund. Aber obwohl die Saturn-Fachverkäufer sogar bereit gewesen wären, mir das gute Stück per Nachname zu schicken hätte ich die Kamera nicht mehr vor meinem “Urlaub” bekommen – und das hätte ich dann doch sehr schade gefunden.

Wieso überhaupt eine zweite Kamera, noch dazu so eine alte (immerhin war die schon 2004 auf dem Markt)? Ich habe doch schon meine gute alte 300D? Ganz einfach: Die fragliche Powershot G6 nutzt nicht nur die gleichen Speichermedien (CF-Karten) sondern auch noch den gleichen Akku-Block wie meine 300D. Zwei entscheidende Vorzüge. Mal ganz ab davon, daß die Optik der G6 wirklich klasse ist und ich mir schon lange eine handliche Kompaktkamera gewünscht habe – ständig die große Spiegelreflex herumzuschleppen ist nicht wirklich angenehm.

Also ein Schlenker von Erlangen nach Nordosten. Die Fahrt war wirklich nett, ein gutes Stück Überland – danke an Michael, der mich, der ich meine Deutschlandkarten vergessen hatte, telefonisch durch das fränkische Hinterland lotsen wollte. Man kann doch direkt von Bamberg nach Norden durchstechen und kommt dann in Suhl-Friedberg auf die A73 und wenig später auf die A71 – die übrigens wirklich eine Schau ist. Mal abgesehen davon, daß sie relativ neu und wenig frequentiert ist (meine kleine A-Klasse bringt übrigens knapp über 190km/h) wurden im Zuge des Verkehrsprojektes Wiedervereinigung ewiglange Tunnel durch die thüringischen Mittelgebirge gesprengt. Sehr spannend zu fahren.

Weimar selber sieht (vom Auto aus betrachtet) sehr hübsch aus. Die ansehnliche Gruppe Motorradfahrer, die ohne Helm, dafür aber mit recht kurzem Haarschnitt, die Straßen entlangdonnerte, veranlaßte mich dann aber doch zu einigen recht grundsätzlichen Überlegungen, was abseits der hübsch renovierten Fassaden liegt.

Aber es wird spät und ich habe noch 250km bis nach Ortenberg vor mir.

Mein Urlaub 2006

Mein Urlaub 2006Seit ich mein Abitur gemacht habe, habe ich genau zweimal richtig Urlaub gemacht: Zwei Wochen Schweden 1999 und eine Woche Ostfriesland 2000 (wenn ich mich richtig erinnere) – also mit “richtig” meine ich Hotel, Ferienhaus oder ähnliches. Natürlich bin ich trotzdem viel unterwegs.

So sieht denn auch mein Urlaub dieses Jahr aus: Viele Autobahn-Kilometer, viel Freizeit aber kein “richtiger” Urlaub. Heute (Freitag) geht es los – ich arbeite im Erlanger Büro (um mich mal umzusehen, wie es da so ist). Dann geht es weiter nach Weimar, wo ich mir meine neue Kamera hole (dazu später mehr). Abends bin ich dann in Ortenberg und werde über das Wochenende auf dem LARP Galladoorn 13 der Drachenreiter sein.

Sonntag begleite ich Thilo (ja, der Thilo mit dem LARP-Kalender) nach Darmstadt. Er ist so nett und gibt mir Unterkunft bis Mittwoch.

Aus dem tiefsten hessischen Süden fahre ich dann in den nördlichsten Zipfel an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Dort startet das Drachenfest 2006 in Diemelstadt bei Warburg. Ich bin bei M*A*S*H untergebracht, was gute Verpflegung und viel Spaß verspricht.

Das Drachenfest endet Sonntag und wenn ich schon einmal in der Gegend bin, darf ein Besuch bei meinen Eltern in Eilshausen nicht fehlen.

Mittwoch darauf geht es dann weiter nach Brokeloh zum Conquest of Mythodea. Da spiele ich ausnahmsweise mal wieder NSC und werde als Feuerechse im Feuerlager die Spieler mit Plot und Aufgaben versorgen.

Am Sonntag sind dann auch schon wieder zwei Wochen rum, ich vermutlich sehr geschlaucht. Aber auf dem Rückweg werde ich es mir nicht nehmen lassen, in Göttingen Anna und Dirk zu besuchen und ihre entzückende kleine Tochter gebührend zu bewundern.

Das dürften gute 2000km werden. Gut, daß ich Autofahren liebe.

Wetterleuchten

Der Himmel über Moosburg bot in der Nacht auf Sonntag ein besonderes Spektakel. Da treibt es mich trotz fortgeschrittener Stunde (halb zwei) noch einmal mit Stativ und Kamera auf den Balkon. Der Wind weht warm und trocken, während der wolkenverhangene Himmel von Blitzen erhellt wird. Und immer wieder grollt der Donner wie tiefer Trommelschlag. Und endlich, nach über einer Stunde Lichttheater, fallen die ersten Tropfen Regen und bringen ein wenig Abkühlung.

Handlungsoptionen

Für alle nördlich des Weißwurscht-Äquators hier eine kleine Faust-Skizze Wie erwähnt verläßt meine Abteilung allerspätestens im Sommer 2007 den Standort Flughafen (außerhalb im Nordosten von München) und zieht etwa 40km nach Neuperlach (Südosten von München), wo mein Arbeitgeber große Büroflächen zur Verfügung hat. Gleichzeitig betreiben wir noch eine Zweigstelle in Erlangen, die zwar sehr dicht an etlichen anderen Bereichen unserer Firma gelegen, dafür aber personell sehr schwach besetzt ist.

Es gibt für mich also auch die Handlungsoption im Oktober nach Erlangen umzuziehen – immerhin 170km näher am Norden – was auf der Autobahn 1,5 Stunden Fahrzeit weniger entspricht (und mir noch dazu die verhaßte Strecke München Nürnberg ersparen würde). Ich kann mich für diesen Gedanken wirklich erwärmen und habe das mal vorsichtig bei meinem Chef platziert. Mal abwarten, was daraus wird…

Countdown läuft

Der Countdown läuft – seit gestern ist klar, ich werde Moosburg verlassen. Schon komisch, wieviel Überwindung es braucht, den Zweizeiler mit der Kündigung zu Papier zu bringen.

Aber von vorne: die Doppelhaushälfte, in der ich jetzt wohne, ist wirklich ein Traum. Aber ich nutze sie nicht mal ansatzweise komplett (was nicht zuletzt der Trennung von Corinna geschuldet ist). Außerdem habe ich bemerkt, daß mit meinem Rückzug aus dem Vampire-Live-Rollenspiel und dem Umzug nach Moosburg nach und nach viele Kontakte nach München einfach eingeschlafen sind. Und schließlich weiß ich, daß mein Arbeitgeber das Gebäude am Flughafen in dem ich arbeite spätestens ab Sommer ’07 “entmieten” will. Mein Chef möchte gerne der erste sein, der mit seiner Abteilung nach Perlach umzieht.

Die Rechnung ist einfach: Monat für Monat zahle ich viel Miete für ein Haus, daß ich nur wenig nutze. Je länger ich in dem Haus bleibe, desto größer werden die Renovierungs-Aufwände. Der Umzug meiner Arbeitsstelle wird (wahrscheinlich) im kommenden Frühjahr stattfinden – das hieße in der kalten Jahreszeit umziehen und wie ätzend das ist habe ich ja nun gerade erst durchgemacht.

Die Doppelhaushälfte habe ich gestern abend zum 1. Oktober gekündigt. Es fällt mir wirklich nicht leicht – aber ich freue mich auch. Die letzten Monate bin ich einfach zu sehr versumpft. Jetzt werde ich wieder aktiv.