Ein Westfale in Bayern

Das ganz normale Leben südlich vom Weißwurst-Äquator

Archive for November, 2007

Raus damit

“Evtl. läßt sich der Zahn noch mit einer Krone versorgen” – das hat Frau Dr. Albert in ihren Kurzbrief an meine Zahnärztin geschrieben. Die entfernt heute morgen das Provisorium und sieht mit einem Blick, was sich die Nürnberger Chirurgin nicht zu beurteilen traute – nämlich daß der Bruch bis unter das Zahnfleisch und unter die Knochengrenze geht. Gleich Überweisung an einen Freisinger Chirurgen, der zur gleichen Diagnose kommt – und in einer Hau-Ruck-Aktion den 6er gezogen.

Naja – gezogen ist das falsche Wort. Also eher – in seine Bestandteile zerlegt, Und dann genußvoll rausgepuhlt. Und weil er damit die Kieferhöhle geöffnet hat (was beim großen Backenzahn zu erwarten war) mußte das ganze auch noch genäht werden. Aber das alles hat der Chirurg recht entspannt und vertrauenserweckend gemacht. Und vor allem hat er nicht jeden zweiten Satz mit einem Konjunktiv begonnen.

Wieso genau habe ich mich eigentlich durch die Wurzelbehandlung im Sommer gequält? Das hätte ich einfacher und billiger haben können… Na, jedenfalls müssen jetzt zeitnah die Weisheitszähne raus. Denn die drängen sonst zu stark auf den 7er.

Naja – ich hatte ja irgendwie gedacht, daß das mit der Zahnentfernung ganz problemfrei klappen würde. Denkste… Dicke Backe, drei Tage Krankschreibung. Da konnte ich gleich mit dem gemieteten 3er BMW wieder kehrt machen und heimfahren.

Seitdem knabber ich Schmerztabletten, profilaktisch Antibiotika und trinke Wasser. Einziger Trost ist, ich kann mir die Zeit mit Due South (Ein Mountie in Chicago) vertreiben. Ich habe seit einigen Wochen alle Staffeln auf DVD (allerdings nur im englischen original, das manchmal grauenhaft unverständlich hingenuschelt ist).

Auch eine Diät: Tabletten und Wasser

Mädchen, Monster, Missgeschicke

Unter dem Titel “Mädchen, Monster, Missgeschicke” haben gestern Abend Flix, Ralph Ruthe und Christian Moser eine Lesung im Nürnberger Burgtheater gegeben. Flix habe ich ja vor einem Jahr in München persönlich kennengelernt – aber Ralph kenne ich ebenfalls. 1995 habe ich gelegentlich bei der Neuen Westfälischen als freie Mitarbeiter gejobbt und über so spannende Dinge wie die Jahreshauptversammlung des Kaninchenzüchtervereins geschrieben. Und Ralph hat damals als Schriftsetzer in der Anzeigenannahme gearbeitet. Später hat er dann (auf meine Anregung hin) das Titelblatt unserer Abizeitung für zwei Eintrittskarten zum Abibesäufniss Abiparty gestaltet. Er hat sich natürlich sofort an mich erinnert hatte natürlich keine Ahnung, wer ich bin. Macht aber nichts. Das Stichwort “NW” hat gereicht.

Die drei Zeichner Moser, Flix und Ruthe

Und dann haben mich die beiden (und ein bißchen auch der Christian Moser, obwohl ich den gar nicht kannte – was eine Schande ist, denn sein Vortrag über die Monster des Alltags war echt klasse) nach der Vorstellung noch eingeladen in ein Tapas-Restaurant. Der Koch ließ sich überreden, seine Jacke noch einmal auszuziehen (er wollte gerade gehen) und uns trotz fortgeschrittener Stunde die Reste aufzuwärmen. Und es war eine klasse Runde.

Nach der Lesung signieren die Autoren - stundenlang…

Später, im Rausgehen, bin ich noch mit Simon, dem Techniker vom Burgtheater, in’s Gespräch gekommen. Und dabei stellte sich heraus, daß er nicht nur Heilpraktiker ist, sondern wir Nachbarn sind. Er wohnt wirklich nur ein Haus weiter. Und die 600er Suzuki, die mir schon ein paar mal auf dem Gehsteig aufgefallen ist, gehört ihm. Ich weiß schon, mit wem ich ab März das Fürther Umland unsicher mache.

Motivierte Zahnärzte könnten…

Frau Dr. Albert ist sich unschlüssig. Ich sitze in einer Praxis in einem eher häßlichen Wohnhaus in der Nürnberger Mitte und frage mich wirklich, ob ich meine Wahl von Zahnärzten von ihrem Internetauftritt abhängig machen sollte. Aber die meisten anderen Kieferchirurgen in Nürnberg haben sich auf plastische Chirurgie spezialisiert. Und ich möchte halt lieber von einem Fachmann der Zahnheilkunde behandelt werden.

Meine Fachmännin hier ist sich allerdings nicht ganz sicher, wie tief mein 6er oben links denn nun gebrochen ist. Motivierte Zahnärzte könnten da vielleicht noch eine Krone draufpacken. Sie würde mir das jetzt lieber provisorisch flicken. Und das macht sie dann auch.

Na klasse – ich bin zu ihr gegangen, damit sie beurteilt, ob der Zahn raus muß. Und genau das hat sie nun nicht gemacht. Dafür ist der Zahn am Ende des Tages nicht gänzlich beschwerdefrei. Ja, sagt die Frau Doktor am Telefon, das könnte sein, daß der Flicken nicht so ganz richtig hält, daß vielleicht doch noch ein wenig Bewegung drauf ist.

So langsam sind mir das ein paar Konjunktive zuviel. Das Zwicken ist nicht so schlimm – das halte ich noch eine Woche aus. Ich laß lieber meine Zahnärztin da einen Blick draufwerfen, bevor ich jetzt noch einmal diese Chirurgin da dran lasse.

Knacks!

Knacks hat’s gemacht. Sehr laut und sehr häßlich. Beim Abendessen, bestehend aus getoastetem Brot und sehr leckerem Aufschnitt. Und danach wollte das essen nicht mehr recht schmecken denn ein Zahn oben links tat weh. Ja, genau der bzw. der. Meine Zahnärztin ist zum Glück auch abends erreichbar und vermutet einen Bruch des Zahns. Und bevor ich nun extra zwei Stunden von Fürth nach Freising fahre, soll ich mal lieber einen Kieferchirurgen in Nürnberg sich das ansehen lassen. Denn wenn der wirklich gebrochen ist, muß er wahrscheinlich raus. Und dann müßte sie mich eh zu einem Chirurgen weiterschicken.

Doch nicht so verschwiegen…

“Meine” beiden Bundestagsabgeordneten haben sich heute bei mir per Email gemeldet. Christian Schmidt scheinbar persönlich, während mir Marlene Rupprecht ihre Antwort durch eine Mitarbeiterin hat zukommen lassen. Spannend. Beide hatten anderweitige Termine (Herr Schmidt erläutert mir sogar welchen) – und beide haben sich ordnungsgemäß beim Präsidenten des Deutschen Bundestages für diese Abstimmung entschuldigt (hätte gar nicht gedacht, daß der zweite Mann im Staat ein Klassenbuch führt :-) )

Während Herr Schmidt mir ein wenig die Funktionsweise von parlamentarischer Arbeit im allgemeinen und der Arbeit in einer Fraktion im besonderen erklärt (und dabei Wert darauf legt, daß es einen “Fraktionszwang” nicht gibt – zumindest nicht in der CSU) erläutert Frau Rupprecht, daß sie in jedemfall gegen das Gesetzt gestimmt hätte.

Herr Schmidt lädt mich dann noch ein, ihn mal in Berlin zu besuchen. Na, das werde ich doch mal wahrnehmen. Neugierig bin ich ja doch, was unsere Franken da so treiben.

Immerhin fühle ich mich als Wähler insofern ernst genommen, daß beide meine Anfrage beantwortet haben. Ich finde, das kann man auch ruhig mal machen. Sollen unsere Politiker ein wenig direktes Feedback aus dem Wahlkreis bekommen. Schadet sicher nicht.

Hochzeitsglocken

Öh… ja… bin ich jetzt erstaunt, verblüfft? Oder einfach nur von den Socken? Gerade hat mir Silvia in einer Rundmail mitgeteilt, daß sie ihren Benjamin vergangenes Wochenende (ganz klein im Kreis der Familie) geheiratet hat.

Da war natürlich ein Anruf Pflicht um meine herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln.

Puh… wieviele Jahre jünger ist Silvi als ich? 8? 9? 10? Und Timo, der im Juni geheiratet hat, ist ja nun auch einige Jahre jünger als ich. Sollte ich vielleicht langsam Torschlußpanik bekommen?

Irisch

Branko hat eine Schulung in Nürnberg – und das haben wir heute abend ausgenutzt, um mit Frederic (von dem ich erst heute erfahren habe, daß er in Erlangen wohnt) in’s Murphy’s Law zu gehen, einem Irish Pub in Erlangen. Und wie es halt so ist, wenn Rollenspieler sich treffen – wir haben drei Stunden nur über LARP philosophiert. Wenn ich morgen mit Branko durch Nürnberg tingel müssen wir unbedingt noch andere Gesprächsthemen finden ;-)

Aber es war ein supernetter Abend. Und mit Frederic muß ich unbedingt wieder was losmachen.

Schweigend zugesehen

Das ist nun wirklich peinlich. Der Bundestag hat am 9. November 2007 mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD den Gesetzentwurf zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland beschlossen (Details siehe hier). Daß, laut Protokoll des Bundestages, ausgerechnet die beiden MdB für den Wahlkreis Fürth Christian Schmidt (CSU) und Marlene Rupprecht (SPD) ihre Stimme nicht abgegeben haben (also sich nicht enthaltenhaben, sondern (vermutlich) der Abstimmung ferngeblieben sind) ist nicht nur peinlich sondern macht mich wirklich fassungslos.

Ich werde die beiden mal fragen, was sie von dieser Abstimmung ferngehalten hat.

RIP

IR-Photographie II

Jetzt muß ich aber doch noch ein paar Worte über den Umbau der 300D verlieren. Ich hatte ja schon im Sommer von den Schwierigkeiten geschrieben, die dieser Umbau so mit sich bringt. Es ist wirklich erstaunlich, ich habe in der Zwischenzeit einige Werkstätten abgeklappert. An der fachlichen Befähigung liegt es nicht – denn der Umbau ist an sich keine große Sache.

Aber mal sagen die “wir dürfen nicht”, mal, “wir verbauen keine fremden Ersatzteile”… Mann,muß es den Werkstätten gut gehen, daß die Aufträge ablehnen.

Spielplatz in Krefeld, aufgenommen mit einer Canon EOS 300D mit Infrarot-Umbau von Life Pixel

Letztlich hat eine Canon Vertragswerkstatt bei Nürnberg den Umbau übernommen. Und wenn ich die bisherigen Angebote vergleiche, war der Preis wirklich in Ordnung.

Jetzt werkelt also der Tageslichtfilter von Life Pixel in meiner Kamera. Und die Ergebnisse sind wirklich überraschend. Wobei ich zugebe – ohne Nachbearbeitung am Computer wären die Bilder nicht so knusprig. Ich bin schon schwer gespannt auf den ersten Einsatz der Kamera auf einem Live-Rollenspiel.

IR-Photographie

Ich bin ja nun seit einigen Wochen stolzer Besitzer einer Canon 40D – eine sagenhaft schöne Kamera. Das heißt aber nicht, daß meine alte 300D auf dem Schrott landet. Stattdessen habe ich mir von Andreas aus den USA einen neuen Filter zum Umrüsten mitbringen lassen. Der macht aus der 300D eine Infrarot-Kamera.

Stella in IR

Die ersten Versuche heute waren… irgendwie passend für Halloween…